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Projekt:

 

Was ist los mit unseren Jungs?

 

 Die Diskussion dieser Frage beschäftigt einen kleinen Teil der pädagogischen Welt in zunehmendem Maße. Immer wieder werden in den Medien Stimmen laut, die sich mit dem Problem der systemisch bedingten Benachteiligung von Jungen in deutschen Schulen kritisch auseinandersetzen, auch wenn der Großteil der Öffentlichkeit dieses Thema – aus welchen Gründen auch immer – offenkundig vernachlässigt oder gar nicht erst zur Kenntnis nimmt.

 

 Im Jahre 2006 formierte sich unter der Führung interessierter Elternvertreter ein Gruppe, die aus Eltern, Lehrkräften und auch Schülerinnen und Schülern bestand, um zu eruieren, inwiefern sich an der Cäcilienschule eine Bewusstmachung der o.a. Problematik realisieren ließe und welche Maßnahmen zu ergreifen wären, um dieses erlangte Bewusstsein im pädagogischen Alltagsgeschehen in die Praxis umzusetzen.

 

 Der o.a. Kreis verständigte sich zunächst darauf, Fachleute einzuladen, die aus ihren Arbeitsbereichen heraus die Frage, unter welchen Bedingungen denn die heranwachsenden männlichen Jugendlichen in unserer Gesellschaft ihre Position fänden bzw. zugewiesen bekämen, der Projektgruppe präsentierten und mit ihr diskutierten.

 

 In der Folge wurde ein Fragebogen erarbeitet und von verschiedenen Lerngruppen verschiedener Jahrgangsstufen ausgefüllt und in Teilen so ausgewertet, dass sich daraus zumindest exemplarisch empirisch gewonnene Daten ergaben, die als Grundlage für die Priorisierung weiterer Schritte gelten sollten.

 

 Höhepunkt der Arbeit war die Teilnahme der Projektgruppe der Cäcilienschule an einer Fachtagung im April 2008. Auf dieser Fachtagung im Kulturzentrum im PFL Oldenburg referierten diverse Fachleute ihre Erkenntnisse im Hinblick auf die Benachteiligung von Jungen, in Workshops wurde sodann mit interessierten Tagungsteilnehmerinnen und Teilnehmern über mögliche Ansätze und Problemlösungsstrategien nachgedacht. Die allgemeine Aussprache über die gewonnenen Einsichten und Ergebnisse glitt jedoch immer mehr in eine vom Veranstalter vorgenommene Verkündung der Heilslehre über, dass die Interessen von Jungen nur in der Schulform der Gesamtschule den wahren Anwalt fänden. Somit war die inhaltlich völlig sinnvolle und berechtigte Thematik und Arbeit in nicht zu akzeptierender Weise funktionalisiert worden.

 

 Die Projektgruppe hat seither ihre Arbeit nicht wieder aufgenommen.

 

 Die folgenden Seiten mit Stand vom März 2008 wollen dem sicherlich nicht kleinen Kreis von Interessierten die Frage, was denn mit den Jungs los sei und wie man den in dieser Fragestellung enthaltenen Problemen entgegentreten könne, näher bringen.

Michael Kohn, im Januar 2009

 

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