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Authentische Rollenvorbilder sind wichtig

Bremen/München (dpa/gms) -

Kinder brauchen Männer - das gilt längst nicht nur für Jungen, die schon im Bolz-Alter sind. Auch für die Entwicklung von Mädchen sind Männer wichtig. Viele Kinder wachsen jedoch ohne Vater auf oder sehen ihn nur gelegentlich.

Doch selbst ein paar Stunden mit ihm tun den Kindern nach Ansicht von Experten schon gut. "Männer sind für Jungs wichtig, damit sie lernen, ihre männliche Rolle in der Gesellschaft authentisch zu leben", erklärt Prof. Hartmut Kasten vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Fehlen diese echten Vorbilder, orientierten sich die Jungs an männlichen Rollen aus den Medien. "Dann kommt das Klischee: Männer sind nur Muskeln und Machos."

Schon Studien aus den dreißiger Jahren hätten gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen der Abwesenheit des Vaters und der Gewaltbereitschaft von Jungen gibt, sagt Prof. Gunnar Heinsohn vom Institut für Geschlechter- und Generationenforschung der Universität Bremen. Vaterlose Söhne zeigten mehr Gewalt. Erlebten die Jungs hingegen, dass der Vater auf die von ihnen gezeigten Aggressionen nicht in gleicher Weise, sondern liebevoll reagiert, sind sie gerührt, so Heinsohn. Sie sehen die beschützende Stärke. "Damit ist ein Hauptstück der männlichen Sozialisation geschafft."

Auch Mädchen profitieren vom Umgang mit ihren Vätern. Studien hätten gezeigt, dass Mütter stärker pflegerische, Väter hingegen spielerische Aktivitäten im Umgang mit ihren Kindern entfalten und beide sich in der Art des Spielens unterscheiden, erläutert Prof. Holger Brandes von der Evangelischen Hochschule für Sozialarbeit in Dresden. Mütter spielten sanfter, Väter rauer, und zwar sowohl mit Mädchen als auch mit Jungen.

Außerdem sei deutlich geworden, dass Väter häufig herausfordernder sind als Mütter. "Sie treiben die Kinder mehr an, Dinge zu probieren, die sie noch nicht können. Sie sind risikofreudiger mit den Kindern", erläutert Brandes. Ideal für Kinder sei, wenn sie von Vater und Mutter erzogen werden.

Wichtig für diese positiven Effekte ist, dass der Vater warmherzig mit den Kindern umgeht, sich um sie kümmert und auch Schwächen eingestehen kann, sagt Prof. Kasten. Doch gibt es immer mehr Kinder, die ihren Vater nur am Wochenende sehen. "Wenn die Treffen regelmäßig stattfinden und liebevoll sind, dann reicht das aus", sagt Heinsohn.

aus: web.de vom 04.07.07

 

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