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Insbesondere wenn der - aus welchen guten oder schlechten Gründen auch immer - Vater abwesend ist, aber auch sonst, ergibt sich durch
den Einzug des Familienmitglieds PC in das heimische Kinderzimmer eine Situation, die den Eltern schier aus der Hand zu geraten scheint. Die Aufmerksamkeit, alle Energie des Jungen scheint vom Monitor förmlich
aufgesogen zu werden. Elterliche Befürchtungen, das Kind könne vor selbigem vereinsamen, erweisen sich glücklicherweise alsbald als irrig, weil nämlich diese Verhaltensweise bei Jungen so kollektiviert auftritt, dass
darin ein durchaus gemeinschaftsstiftendes Potenzial zu sehen ist. Aber: die Schule gerät dadurch noch mehr ins Abseits, und die Eltern stehen oft hilflos daneben: Mütter oft (das Klischee lebt leider an dieser Stelle),
weil sie mit der Technologie schon an und für sich wenig anzufangen wissen, wenn aber doch, oftmals eben wiederum einen Ansatz der Beschäftigung damit haben, der Jungen nicht ansteht. Kommunikation per PC läuft bei
Jungs eben wiederum so ab wie in der Außenwelt: Grenzen suchen, sprengen, Kraft ausüben: Ballern, was das Zeug hält, Speicher ausweiten, CPU uptunen, immer schnellere, größere Downloads - auch wenn die Dateien
eigentlich keiner braucht. Wer nun den Kopf über Jungs schüttelt, sei gewarnt: Mädchen benutzen den PC eher zum Kommunizieren, zum Chatten, eben zum weniger auffälligen Gebrauch, zur leisen Kommunikation, doch das
ist u.U. noch bedenklicher! Manch einer mag seiner Tochter, die sich so eifrig in der “Männerdomäne” PC und WWW engagiert, aufmunternd zunicken, übersieht aber dabei, dass sie sich gerade von ihren kichernden
Freundinnen unterstützt im Chatroom mit sexuell oder psychologisch bedenklichen Ausrichtungen im scheinbaren Schutz der Netz-Anonymität auf eine dubiose Gestalt zubewegt.... Weiterhin muss festgestellt werden: Die
Bereiche der Schule, die demonstrieren, wie Mann konstruktiv mit dem Medium umgeht, sind auch in Zeiten moderner Ausstattung eher kärglich bemessen. Die Zahl der Lehrkräfte, die das Netz als adäquates Kommunikations-
und Lehr-/Lernmittel einsetzt, ist bei weitem noch viel zu gering. Und: Die Zahl der Bewerber/innen für das Lehramt im Bereich Informatik ist seit längerer Zeit katastrophal niedrig. Ein echtes Korrektiv ist hier nicht
zu erwarten. Väter (und Mütter mit entsprechenden Berufen) könnten zwar den Zugang zur Hard- und Software mit ihren Jungs teilen, doch haben sie oft (mit dieser Technologie selbst) so viel zu arbeiten, dass es ihnen
oft an der Energie mangelt, nach getaner Arbeit noch einmal MIT den Kindern ins Netz zu gehen, sich die Spiele einmal anzusehen und/oder ggf. mitzuspielen. Die Väter (oder die Mütter), die einmal mit dem Filius sich
ohne Cheats und God-Mode von Level zu Level durchgekämpft haben, werden ihre Kritik mit einem ganz anderen Akzeptanzgrad zu Gehör bringen können, als jemand, der an den Spielen oder am gesamten PC ahnungs-los
herumnörgelt. Man(n) erinnere sich: Die stets abfälligen Äußerungen unserer Eltern über die taubheitsfördernde und nervös machende Rockmusik Langhaariger hat meinem Kenntnisstand nach nur wenige davon überzeugt, ihr
zu entsagen, zum Friseur zu gehen und freiwillig ein Referat über die Lyrik des Barock anzufertigen. Alles sehr verständlich - aber für die Jungs heute und hier ändert das gar nichts. Wie auch immer: Gerade auch
der Junge, dem eine väterliche Leitfigur fehlt, wird sich um so stärker an den “Helden” seiner Spiele und deren fragwürdigen Wertvorstellungen orientieren. Das kann ins Auge gehen. (Insbesondere alleinerziehende)
Mütter stehen hier oftmals verzweifelt im Abseits. Warum das so ist, erklärten unserer Gruppe entsprechende Fachleute. |